Nutztiere

Damit die Suppe nicht zum Keimherd wird

Die Flüssigfütterung ist in der Schweiz weitverbreitet und hat den Vorteil, dass Nebenprodukte aus der Lebensmittel industrie oder betriebseigene Futtermittel in der Fütterung eingesetzt werden können. Flüssige Futtermittel sind jedoch ein idealer Nährboden für Mikroorganismen und es müssen einige Punkte beachtet werden, damit die Schweine und nicht die Mikroorganismen gefüttert werden.

Die Flüssigfütterung erfordert ein gutes Hygienemanagement und ein Stabilisieren der Futtersuppe.

(Bild: Peter Röthlisberger)

Publiziert am

Schweinespezialist, UFA AG

Schweinespezialist UFA AG

Mikroorganismen brauchen für ihre Vermehrung Nährstoffe, Wasser, Temperatur und Zeit. Fehlt einer dieser Faktoren, so können sich Mikroorganismen nicht vermehren. Die Futtersuppe enthält alle lebensnotwendigen Nährstoffe wie Kohlenhydrate, Proteine, Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente. Wasser ist ein zwingender Bestandteil einer Futtersuppe, um die Fliessbarkeit zu gewährleisten. Die Temperatur der Futtersuppe liegt in der Regel um 10°C. Manche Betriebe verfüttern warmes Wasser, um die Fressbarkeit der Futtersuppe zu erhöhen. Unerwünschte Keime wie Bakterien, Hefen oder Schimmelpilze haben in der Futtersuppe ideale Wachstumsbedingungen. Durch ein sofortiges Verfüttern der Suppe können sich die Keime kaum vermehren, doch kann es immer sein, dass Futter nicht sofort gefressen wird.

Hygienekonzept mit drei Bausteinen

Reinigung
  • Entziehen des Substrates
  • Entfernen der Keime
Desinfektion
  • Gezieltes Abtöten von Keimen
  • Nur nach Reinigung
Stabilisierung
  • Substratveränderung durch pH-Senkung

Ein entscheidender Faktor ist der pH-Wert in der Futtersuppe. Durch ein Absenken des pH-Wertes mittels Zugabe von organischer Säure oder Milchsäurebakterien wird die Vermehrung von Mikroorganismen gehemmt. Gewisse Hefen und Schimmel sind jedoch säuretolerant und können sich unter sauren Bedingungen vermehren. Deshalb führt das Ansäuern alleine nicht zum Erfolg, sondern ein Hygienekonzept (siehe Tabelle) ist für jeden Betrieb mit Flüssigfütterung notwendig.

Hygienekonzenpt

Mit einer Reinigungslösung wird die Futteranlage gereinigt. Eine erhöhte Temperatur verbessert den Reinigungseffekt. Die Fütterungsanlage wird anschliessend mit einer Desinfektionsmittellösung gespült. Eine Desinfektion ist aber nutzlos wenn die Anlage nicht sauber ist.

Das Stabilisieren erfolgt durch ein Absenken des pH-Werts auf etwa 4,5, damit das Wachstum der unerwünschten Keime gehemmt wird. Unter 4 darf der pH-Wert aufgrund verringerter Schmackhaftigkeit nicht sein. Bei Futtersuppen mit leichtverderblichen Kohlenhydraten wie zum Beispiel Schotte, sollte ein pH-Wert von 4,2 angestrebt werden.

Bei modernen Flüssigfütterungsanlagen werden die Futterleitungen nach der Fütterung bis zum Trog ausgeblasen und mit Hilfe eines Säurenebels desinfiziert. Der Rücklauf, also das Restwasser, mit dem die nächste Suppe zubereitet wird, wird angesäuert.

Schnelltest für die Futterqualität

Eine PET-Flasche aus der Futterleitung wird mit Futtersuppe gefüllt und mit einem Deckel oder einem aufgestülpten Luftballon verschlossen. Nach mindestens zwei Stunden bei Raumtemperatur wird die Flasche beurteilt: Ist die Flasche gebläht, respektive der Ballon aufgepumpt, muss unverzüglich eine Generalreinigung der Fütterungsanlage vorgenommen und/oder Konservierungsmittel eingesetzt werden.

pH-Wert messen

Bei Versuchsmessungen konnte gezeigt werden, dass der pH-Wert der Futtersuppe mit Alleinfutter bei 22 Prozent TS ohne zusätzliche Säurezugabe bei 4,8 liegt. Durch Zugabe von einem Promille Säure (Ameisensäure und Selko RD-Mix) wurde der pH-Wert um 0,5 Einheiten auf 4,3 gesenkt. Zwei Promille Säure verursachten bereits ein Absenken auf einen pH-Wert von 4,0 und bei vier Promille sank der pH-Wert deutlich auf 3,6. Beim Stehenlassen der Futtersuppe mit einem Promille Säure und erneutem Messen nach zwölf Stunden konnte ein Ansteigen des pH-Werts um 0,1 bis 0,4 Einheiten beobachtet werden. Man sollte den pH-Wert seiner Futtersuppe kennen, um ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie viel Säure es benötigt. Dabei sollte man Futtersuppen mit demselben TS-Gehalt vergleichen. Eine kostengünstige und schnelle Möglichkeit, um den Futter-pH auf dem Betrieb zu messen, sind pH-Messstreifen. Will man den pH-Wert genau wissen, können Sonden zum Einsatz kommen. Die Anschaffung ist aber nicht ganz kostengünstig und es ist vorteilhaft, wenn man Erfahrung im Messen hat. 

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