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Nutztiere

Mutterkühe: Vorsorgen mit Mineralstoff

Mengen- und Spurenelemente, wie auch Vitamine, erfüllen im Stoffwechsel verschiedenste Funktionen. Eine gezielte Versorgung der Tiere ist deshalb sehr wichtig. Nur so kann eine gute Gesundheit erreicht und das Leistungspotenzial ausgeschöpft werden.

75 Kühe umfasst die Mutterkuhherde von Fabian Cotting.

75 Kühe umfasst die Mutterkuhherde von Fabian Cotting.

(Bild: Eva Studinger)

Publiziert am

ehemalige Praktikantin, UFA AG

Redaktorin, UFA-Revue

Quer gelesen

  • Eine ausschliesslich raufutterbasierte Ration kann den Mineralstoffbedarf nicht ausreichend decken.
  • Auf der Weide verändert sich das Verhältnis der Mineralstoffe während der Vegetation, was bei der Fütterung beachtet werden soll.
  • Auf dem Mutterkuhbetrieb von Fabian Cotting ist die Mineralisierung Bestandteil der täglichen Ration.

Mutterkühe erbringen nicht dieselbe Leistung wie Milchkühe, sind aber trotzdem auf eine ausreichende Versorgung mit Mineralstoffen angewiesen, da diese für viele Körperfunktionen zentral sind.

Mengenelemente wie Kalzium, Phosphor, Natrium und Magnesium sind wichtig für den Knochenaufbau, die Muskelkontraktion und die Weiterleitung von Reizen. Auch die Blutgerinnung oder Bildung von Enzymen wird von Mengenelementen beeinflusst.

Spurenelemente wie Kupfer, Zink, Selen und Eisen kommen nur in geringen Konzentrationen im Körper vor. Sie sind für wichtige Stoffwechselvorgänge wie Knochenbildung und -festigung, Muskel-, Haut- und Klauenstoffwechsel sowie eine gute Fruchtbarkeit unverzichtbar. Ausserdem haben sie einen wesentlichen Einfluss auf das Immunsystem.

Ausgleichen der Mineralstoffe im Grundfutter

Die Fütterung basiert bei Mutterkühen meist auf Raufutterrationen, welche den Mineralstoffbedarf nicht vollständig decken. Die Gehalte sind unterschiedlich, je nach Standort, Bestand, Stadium und Konservierungsart. Bei ausgewogenen Wiesenbeständen mit einem Gräseranteil zwischen 50 und 70 Prozent eignet sich ein ausgewogener Mineralstoff. Klee- und kräuterreiche Bestände enthalten oft zu wenig Phosphor und viel Kalzium, weswegen sich ein phosphorreicher Mineralstoff eignet. Gräserreiches Wiesenfutter hingegen benötigt meist eine Kalziumergänzung.

Um die Gehalte genau zu bestimmen, empfiehlt sich eine Raufutteranalyse. Dadurch kann die nötige Zufütterung nach Bedarfsnormen berechnet werden. Somit wird während der Winterfütterung das Mineralstoffangebot genau an den Bedarf der Tiere angepasst.

Immunity-Zusatz

Der expandierte Mineralstoff Minex 972 verbessert die Versorgung der Tiere mit Spurenelementen dank organisch gebundenen Formen von Zink, Selen, Mangan und Kupfer. Der Mineralstoff unterstützt dank dem Immunity-Zusatz das Immunsystem. Der Zusatz wirkt entzündungshemmend, verbessert die Nährstoffabsorption, vermindert die Aufnahmen von Toxinen und fördert die Eutergesundheit.

Versorgung auf der Weide

Auf der Weide gestaltet sich der Ausgleich schwieriger, da die Gehalte variieren und nicht genau ermittelt werden können. Die Zusammensetzung von Weidegras verändert sich übers Jahr.

Frühjahresgras ist aufgrund des schnellen Wachstums magnesiumarm. Das Herbstgras enthält viel Kalium und Kalzium, was durch die antagonistische Wirkung die Magnesium-Aufnahme hemmt. Mit einem magnesiumreichen Mineralsalz im Frühjahr und Herbst kann einem Mangel und somit einer Weidetetanie vorgebeugt werden. Beim Magnesium ist zu berücksichtigen, dass dieses nicht gespeichert werden kann, weshalb es dauerhaft zur Verfügung gestellt werden sollte.

Nebst der Magnesiumproblematik enthält Weidegras oft zu wenig Kupfer oder zu viele antagonistische Elemente, welche das Kupfer verdrängen. Weidetiere leiden deshalb häufiger an einem Mangel. Mit einem kupferhaltigen Mineralstoff oder auch mit einem Bolus, der über längere Zeit Kupfer abgibt, wird dem vorgebeugt.

Auf der Weide sind die Klauen mehr belastet, weshalb die Klauengesundheit bei Weidetieren ein wichtiges Thema ist. Um gesunde Klauen zu fördern, ist eine genügende Versorgung mit Biotin über das Mineralfuttermittel sicherzustellen.

Eine weitere Herausforderung ist der Parasitendruck. Tiere in Weidehaltung sind Parasiten wie dem Leberegel, Lungenwurm oder Magen-Darm-Wurm ausgesetzt. Nebst der Optimierung des Weidemanagements helfen beispielsweise pflanzliche Zusatzstoffe im Mineralsalz, um die Widerstandskraft gegen Parasiten zu stärken.

Das Kalb ausreichend versorgen

Die Versorgung des Kalbes beginnt bereits bei der Galtkuh. Spurenelemente und Vitamine sind in dieser Phase wichtig, um Geburtsproblemen oder Stoffwechselstörungen vorzubeugen und eine gute Kolostrumqualität zu erreichen. Die über die Fütterung verabreichten Inhaltsstoffe gelangen via Milch zum Kalb und geben diesem so den nötigen Immunschutz. Bezüglich Immunität spielen Selen und Eisen eine zentrale Rolle. Nebst dem Kolostrum empfiehlt sich eine zusätzliche orale Verabreichung oder eine Injektion direkt unter die Haut. So kann die Vitalität und Widerstandsfähigkeit des Neugeborenen gefördert werden.

Auch wenn das Tier älter wird, ist die Versorgung über die Milch immer noch sehr wichtig. Bis zum Alter von vier bis fünf Monaten deckt das Kalb den grössten Teil seines Bedarfs über die Milch. Jedoch gilt dies nicht für die Versorgung mit Spurenelementen und Vitaminen, wovon Kuhmilch zu wenig enthält, um dem Bedarf des Kalbes gerecht zu werden. Es ist deshalb wichtig, auch den Kälbern ein Mineralfuttermittel zur Verfügung zu stellen. 

Aus der Praxis

Mineralisierung als Bestandteil der täglichen Futterration

Fabian Cotting bewirtschaftet einen Landwirtschaftsbetrieb mit Mutterkühen und Pouletmast in Düdingen im Kanton Freiburg. Gemeinsam mit seinem Vater Bruno bewirtschaftet er 40 Hektaren landwirtschaftliche Nutzfläche. Die 75 Mutterkühe mit ihren Kälbern sind in drei Gruppen unterteilt: Galtkühe, Kühe mit kleinen Kälbern und Kühe mit grossen Kälbern. Cotting erklärt: «Ich halte die Tiere nicht alle zusammen, um Stress bei den kleinen Kälbern zu verhindern. So herrscht mehr Ruhe in der Herde und die Milch wird nicht von den grösseren Kälbern geklaut.» Die Kälber werden nach acht bis zehn Monaten von der Mutter getrennt, wobei Cotting darauf achtet, dies stressfrei in Gruppen zu machen. Danach mästet er die Tiere aus, bis sie ein maximales Schlachtgewicht von 400 kg erreichen, und vermarktet sie über einen Händler.

Cotting hat seit 2002 Erfahrung in der Mutterkuhhaltung und hat die Stallungen sowie den Tierbestand kontinuierlich ausgebaut. Anfangs setzte er auf eine F1-Kreuzung, seit 2016 betreibt er jedoch reine Limousin-Zucht. Heute habe er deutlich weniger Euterprobleme und gesündere Kälber.

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Die Mutterkühe auf dem Betrieb Cotting leben in einem Tiefstrohlaufstall.

(Bild: Eva Studinger)

Insgesamt leben auf dem Betrieb etwa 180 Stück Vieh. Alle Tiere, von den Mutterkühen mit ihren Kälbern bis zu den Masttieren, werden in Tiefstrohlaufställen mit Auslauf gehalten. Die Flächen sind grosszügig bemessen, und das Tierwohl ist dem Landwirt ein wichtiges Anliegen. «Mit dieser Aufstallung benötigen wir relativ viel Stroh, aber ich bin überzeugt, dass dieser Aufwand sich lohnt und der Tiergesundheit zugutekommt», erläutert Fabian Cotting. Auch die Jungtiere sind in drei Gruppen unterteilt: eine Gruppe mit weiblichen Masttieren, eine mit männlichen Tieren und eine mit den Zuchttieren. Letztere bleiben bis etwa 14 Monate auf dem Betrieb und gehen dann extern in einen Aufzuchtvertrag.

Die laktierenden Kühe füttert Cotting mit einer Mischung aus Grassilage, Maissilage, Belüftungsheu und Ganzpflanzensilage. Pro Kuh und Tag verabreicht er etwa 75 g vom selenreichen Minex 972 Immunity und Viehsalz. Zur Kontrolle, ob die Kühe ausreichend Salz erhalten, verabreicht er regelmässig zusätzliches Viehsalz in einem Eimer.

Im Sommerhalbjahr gehen die Mutterkühe halbtags auf die Weide. Im Stall erhalten sie eine Mischration ohne Mais, dafür bestehend aus Ganzpflanzensilage, Grassilage vom Herbst und Bodenheu. «Das zuckerreichere Weidegras im Sommer ergänzt sich ideal mit der eiweissreicheren Herbstsilage», weiss Cotting aus Erfahrung.

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Die Kälber werden im Kälberschlupf zusätzlich gefüttert.

(Bild: Eva Studinger)

Den Kälbern stelltder Landwirt im Kälberschlupf Maissilage und Belüftungsheu zur Verfügung, um die Pansenentwicklung zu fördern. Zur Mineralisierung haben die Kälber immer einen Cake Bloc Junior zur Verfügung.

Cotting spritzt den Kälbern kurz nach der Geburt Selen und ist überzeugt, dass dies, zusammen mit der guten Mineralisierung der Kühe, für gesündere Kälber sorgt.

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