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Pflanzenbau

Das Qualitätsniveau beeinflusst den Bedarf

Die guten Brotgetreidequalitäten der letzten Jahre erfordern eine Ausdehnung bei der Klasse II. Beim Anbau der Klassen Top und I ist die Sorte von hoher Bedeutung. Der Rapsanbau kann ausgedehnt werden. Eine frühzeitige Abstimmung mit der LANDI Getreidesammelstelle hilft für zielgerichtete Anbauentscheidungen.

Weizen der Klasse II ist am Markt gefragt. 

Weizen der Klasse II ist am Markt gefragt. 

(Bild: agrarfoto.com)

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fenaco GOF

Die Ernte 2018 war hinsichtlich Qualität und Menge sehr erfreulich. Sie hat in qualitativer Hinsicht gar die Vorjahresernte übertroffen. Viele Posten bei der Klasse Top waren im Protein-Zuschlagsbereich, Abzüge waren äusserst selten. Die aktuellen, nationalen Klassenanteile bei Brotgetreide im System Maxi sind nahe an den Absatzmöglichkeiten (siehe Grafik). Das generelle Qualitätsniveau einer Ernte über alle Klassen gesehen, beein flusst letztlich die vom Markt gewünschten Anteile je Klasse. Aufgrund der qualitativ sehr guten Ernten 2017 und 2018 sind die bestehenden Lager von ausgezeichneter Qualität. Deshalb ist es erforderlich, den Anteil an Sorten der Klasse II zu Lasten der Klassen Top und I zu erhöhen, um auf die aktuellen Marktbedürfnisse und Absatzpotenziale Rücksicht zu nehmen.

Die erfreulichen Erntemengen der letzten beiden Jahre ermöglichten den Aufbau von beachtlichen Lagerreserven, wodurch eine physisch oder qualitativ schwächere Ernte ausgeglichen werden kann. Auch bei einer hohen Erntemenge 2019 ist es nun kaum mehr sinnvoll, die aktuellen Lagerreserven weiter aufzubauen. Eine weitere Aufstockung würde zu hohe Kosten für Lager, Fracht und Manipulationen mit sich bringen und die Aufnahmemöglichkeiten der Ernte 2020 zusätzlich einschränken.

Suisse Garantie

Mit der konsequenten Vermarktung von Suisse Garantie Brotgetreide ist es gelungen, einen deutlichen Mehrwert zu realisieren und die Wertschöpfungskette von den Vorteilen dieses Standards zu überzeugen.

Damit verbunden wird die Vermarktung von konventionellem Brotgetreide zunehmend schwieriger. Immer mehr Verarbeiter wünschen eine vollständige Belieferung mit Schweizer Mahlgetreide, welches nach Suisse Garantie zertifiziert ist. Die Vermarktung von konventionellem Brotgetreide in den Lebensmittelsektor ist dadurch künftig nicht mehr gesichert. fenaco Getreide, Ölsaaten, Futtermittel empfiehlt allen Produzenten, welche jetzt noch konventionelles Brotgetreide abliefern, entweder nach den Bedingungen des Standards Suisse Garantie zu produzieren oder auf die Produktion von Futterweizen umzusteigen. Die Wirtschaftlichkeit von Futterweizen wird in vielen Regionen diejenige von konventionellem Brotgetreide übersteigen.

Qualitätsmix

Jede Sorte hat in ihren Qualitätseigenschaften Stärken und Schwächen. Eine angemessene Verteilung der verfügbaren Sorten innerhalb einer Klasse bringt Qualitätskonstanz und eine gesunde Risikoverteilung. Ein maximaler Anteil einer Sorte innerhalb einer Klasse von einem Drittel ist ein erwünschtes Ziel.

Die Pfeilrichtungen in der Tabelle zeigen auf, welcher regionale Anpassungsbedarf bei den einzelnen Klassen besteht. Der Anbau von Biskuitweizen, Roggen und Dinkel alter Sorten wird innerhalb des Systems Maxi über den Vertragsanbau gesteuert. Eine rechtzeitige Abstimmung mit der regionalen Maxi Sammelstelle bezüglich der gefragten Kulturen und Sorten ist notwendig, um einen optimalen wirtschaftlichen Erfolg zu erzielen.

Absatzpotenziale nutzen

Um die Absatzpotenziale für Schweizer Brotgetreide vollumfänglich zu nutzen, sind verschiedene Massnahmen wichtig. Lagerreserven für den Ausgleich von Ernteschwankungen und somit die ausreichende Belieferung mit Inlandmahlgetreide wurden in der Zwischenzeit aufgebaut. Die Nachfolgelösung zum bisherigen Schoggigesetz steht, deren erfolgreiches Funktionieren hängt nun vor allem von der Solidarität seitens Produzenten und Sammelstellen ab. Damit verbunden ist ein Absatzpotenzial für den Export von rund 50 000 t Schweizer Brotgetreide. Die Produkteauslobung ist ein wesentliches Element der Absatzsicherung. Es liegt an allen, als Konsumenten nach der Auslobung zu fragen, gezielt diese Produkte einzukaufen und den Absatz von Schweizer Brotgetreide damit aktiv zu fördern.

Ausdehnung beim Rapsanbau

Suisse Garantie Raps ist sehr gefragt. Die verarbeitende Industrie möchte, wo immer möglich, das Palmfett durch ein Rapsprodukt ersetzen. Dies generiert eine zusätzliche Nachfrage. Dazu kommen bereits vorhandene Absatzpotenziale, welche aufgrund tieferer Inlanderntemengen gegenüber den Zuteilungsmengen häufig nicht ausgeschöpft werden konnten. Auch bei Raps ist ein physischer Mengenausgleich via strategische Lager sinnvoll, um eine ausreichende Lieferbereitschaft von Suisse Garantie Raps an die Ölwerke jederzeit sicherstellen zu können. Landwirte sollten beim Rapsanbau das betriebliche und fruchtfolgetechnische Anbaupotenzial nutzen, um der Nachfrage im Inland soweit wie möglich nachzukommen. Der Ablauf der Zuteilungen wird analog dem Vorjahr durchgeführt.

Futtergetreide

In guten Erntejahren besteht bei Gerste nahezu eine vollständige Bedarfsdeckung für den Schweizer Markt. Gerste ist mit Abstand das wichtigste Schweizer Futtergetreide. Eine Nachfrage im Markt besteht nur für Gerste mit hohen Hektolitergewichten (> 67 kg / hl). Deshalb ist bei der Sortenwahl dieser genetischen Eigenschaft besondere Beachtung zu schenken. Triticale findet nur bei wenigen Kunden Absatz, weil der Einsatz im Mischfutter begrenzt möglich ist. Anbaupotenziale bestehen in grossem Umfang bei Futterweizen, Körnermais und Eiweisserbsen. 

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